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Geschrieben von Walter Kohlenz
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Projekt "SEG-Rucksack" (Typ Starnberg)
Die 1. Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst im Landkreis Starnberg (SEG-Starnberg bzw. SEG-SÜD) und der Katastrophenschutz e.V. haben im Rahmen eines Projektes zusammen ein Rucksacksystem entwickelt, das sowohl die Optimierung der Funktionalität, als auch der Wirtschaftlichkeit zum Ziel hatte. Das Ergebnis war ein Notfallrucksacksystem mit der Möglichkeit, vier Patienten jeden Schweregrades notfallmedizinsch versorgen zu können und davon einen der Patienten intensivmedizinisch samt Intubation/Beatmung. Sehr bewährt hat sich der SEG-Rucksack Typ „Starnberg“ bereits bei einer Reihe von Routineeinsätzen im Rettungsdienst, aber auch bei großen Schadenslagen und Katastrophen. So wurde das System unter anderem bei diversen Massenanfällen von Verletzten (MANV) im Landkreis Starnberg und Umgebung, aber auch überregional und international z.B. bei der Jahrhundertflutwellenkatastrophe im Dezember 2004 in Asien (Thailand – Phuket) äußerst erfolgreich eingesetzt.
Das System wird laufend von Spezialisten überarbeitet und optimiert.
 | Das Konzept des SEG-Rucksacks „Typ Starnberg“ sieht vor, sowohl im Schadensgebiet selbst, wie auch an einem Behandlungsplatz parallel insgesamt bis zu vier Schwerverletzte behandeln zu können.
Dabei ist sichergestellt, dass ein Patient intensivmedizinisch (intubiert/beatmet) versorgt und drei weitere Patienten jeweils mit Infusions- und Verbandmaterial behandelt werden können.
Es wurde Wert darauf gelegt, dass das System unter Katastrophenbedingungen und bei jeder Witterung funktioniert, so dass möglichst auf technisch aufwendige und wartungsintensive Systeme (z.B. elektrische Absaugung) verzichtet wurde, wenn eine manuelle Alternative ohne Nachteile eingesetzt werden konnte.
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 | Sobald der Rucksack komplett geöffnet ist, kommt man an sämtliches Material, das zur Versorgung des beatmeten Intensivpatienten benötigt wird.
So z.B. ein Plastik-Kaltlicht-Intubationsbesteck, eine 2L-O2-Flasche mit stufenlosem O2-Abgang von 0 bis 15 Liter/Minute und einer Hochdruckkupplung zur Verwendung von Oxydemand-Ventilen, Oxylator oder ähnlichem. In den 8 Rucksäcken des GW-SAN Starnberg sind jeweils Notfallbeatmungsgeräte vom Typ "Oxylator EMX" enthalten.
Weiterhin eine sehr saugstarke manuelle Absaugpumpe, ein Beamtmungsbeutel mit O2-Reservoir, sowie zwei parallel zu betreibende High-Flow-O2-Masken mit Reservoirbeutel.
Darüber hinaus z.B. vier Verletztenanhängekarten
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| Die Materialien zur Diagnostik (z.B. RR-Gerät, Stethoskop, etc.), sowie zur „Standardversorgung“ eines Patienten (z.B. Verbandmaterial, Infusion, etc.) können aus Außentaschen entnommen werden, ohne den Rucksack öffnen zu müssen. Für jeweils vier Patienten sind so genannte Epacks (Einmann-Packungen) in zwei großen Außentaschen vorgehalten. Dabei gibt es pro Patient jeweils ein Verbands-Epack und ein Infusions-Epack, das alles Nötige zur Individualversorgung enthält.
Weiterhin werden u. a. auch umfangreiches Dokumentations- und Registrierungsmaterial, zwei paar Arbeitshandschuhe und ein Tragetuch zur Rettung aus dem Schadengebiet mitgeführt.
| Die SEG-Starnberg (SEG-SÜD) führt 8 dieser SEG-Rucksäcke auf dem Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-San) mit und jeweils auf den beiden RTWs noch einen für rettungsdienstliche Belange (z.B. umfangreiches Ampullarium) optimierten SEG-Rucksack. Auch die zweite im Landkreis Starnberg stationierte SEG (SEG-Nord; Gilching/Seefeld/Gauting) wurde analog der SEG-SÜD mit dem in Starnberg entwickelten Rettungssystem ausgestattet.
Die SEG-Rucksacksysteme stellen einen zentralen Punkt im Behandlungsplatzkonzept (BHP50) des Landkreises Starnberg dar.  | Die Epacks der Starnberger SEG-Rucksäcke werden bei einem MedEvac-Flug während der Evakuierung von schwerverletzten Europäern in einer US-Maschine verwendet und vom medizinischen Personal als optimal bewertet |
 | Die Starnberger SEG-Rucksäcke in einem Krankenhaus in Phuket, kurz bevor schwerverletzte Deutsche mit dieser Ausstattung teilweise intubiert/beatmet der MedEvac-Maschine zugebracht und nach Deutschland ausgeflogen werden können |
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