spacer
spacer search

Katastrophenschutz e.V.
Verein zur Optimierung des Katastrophenschutzes und Rettungswesens

Search
spacer
logo header
Hauptmenü
Home
Wer wir sind...
Vorstand
News im Überblick
Spenden & Co
Termine
Downloads
Bildergalerie
Links
Kontakt / Impressum
Suche
Projekte
Partner und Förderer
Presse
Fort-/Weiterbildung
Registrierung
Benutzername

Passwort

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?
Wetterdaten
 
Home arrow Projekte arrow laufende Projekte arrow Projekt "Behandlungsplatz (BHP-50)"

Projekt "Behandlungsplatz (BHP-50)" PDF Drucken
Benutzer Bewertung: / 165
SchlechtSehr Gut 
Geschrieben von Walter Kohlenz   

Der
"Behandlungsplatz (BHP-50)"


(Stand: 02.11.2006)


Ein Behandlungsplatz (Abkürzung BHP) ist eine Einrichtung mit einer vorgegebenen Struktur, an der Verletzte und Erkrankte notfallmedizinisch versorgt werden. Von dort erfolgt der Transport in weiterführende medizinische Versorgungseinrichtungen.

Die Bezeichnung "Behandlungsplatz" ist begrifflich in der DIN 13050 definiert, nicht jedoch was Struktur und Ausstattung betrifft. Andere Namen für den Behandlungsplatz sind beispielsweise (Haupt-)Verbandsplatz (synonym) oder auch Feldlazarett. In Österreich spricht man von einer Sanitätshilfsstelle (SanHiSt).

Da weder Struktur noch Ausstattung eines Behandlungsplatzes (Anmerkung: Leider genauso wie bei der "Schnelleinsatzgruppe (SEG)") normiert sind, kommen höchst unterschiedliche Konzepte mit äußerst differentem Einsatzwert zum Einsatz.

Grundsätzlich gilt, dass man so nah wie möglich an eine individualmedizinische Versorgung herankommen möchte --> also genügend Material und Personal zur optimalen Versorgung des Patienten.

Dies ist im Falle einer Katastrophe, eines Großschadensereignisses oder MANV (Massenanfall von Verletzten) jedoch in der Regel für eine gewisse Zeit nicht mehr möglich. Daher braucht es Strategien, wie man die "Chaoszeit", in der man deutlich mehr Patienten als Helfer und benötigtes Material vor Ort hat, am besten überbrückt.

Ein System ist, die Patienten zu sichten bzw. zu triagieren (Triage kommt aus dem Militärischen (Frankreich) und bedeutet: Eingruppieren) und damit zunächst einmal festzulegen, welche Patienten zu erst versorgt werden müssen und welche noch in der "Warteposition" bleiben. Wenn die Patienten entsprechend gesichtet worden sind, werden sie am Behandlungsplatz entsprechend ihrer Behandlungspriorität weiter versorgt und dann ggf. abtransportiert und einer weiterführenden medizinischen Versorgungseinrichtung (z.B. Krankenhaus) zugeführt.

Triagebereich (Aufbau und Struktur) an einem Behandlungsplatz
Aufbau und Ablaufstruktur im Triage/Sichtungs-Zelt

Ein Behandlungsplatz wird immer dann benötigt, wenn vor Ort weitere medizinische Maßnahmen notwendig sind, um die Transportstabilität von Patienten herzustellen, aber nicht ausreichend Rettungs- und/oder Transportmittel zur Verfügung stehen.

Ein Behandlungsplatz kann auch vorsorglich im Rahmen von Sanitätswachdiensten bei (Groß-)Veranstaltungen (wie z.B. der Fußball WM 2006 oder Rockfestivals) aufgebaut werden.

Am Behandlungsplatz sind Rettungskräfte verschiedener Qualifikationsstufen und Notärzte tätig, außerdem Helfer zur Registrierung, für Tragehilfe oder Technik (z.B. Heizung, Beleuchtung).

Als Behandlungsplatz werden vorzugsweise feste Gebäude oder Sanitätszelte bzw. Container verwendet. Im Ausnahmefall ist auch die Errichtung eines Behandlungsplatzes unter freiem Himmel ohne Witterungsschutz machbar. Der Behandlungsplatz sollte so nah wie möglich am Schadensgebiet stehen, aber nicht selbst einer Gefährdung ausgesetzt werden. Bei der Standortwahl ist die Nähe zum Einsatzort, die mögliche Gefährdung durch plötzliche Lageänderungen und die Eignung des Standortes abzuwägen.

Einsatztaktisch wird der Behandlungsplatz meist von einem eigenen Einsatzabschnittsführer, Abschnittsleiter bzw. Leiter Behandlungsplatz koordiniert. Die Kapazität eines Behandlungsplatzes ist je nach Lage, Region und Organisation unterschiedlich. Übliche Größen sind für die Behandlung von 25 Patienten (BHP-25) oder 50 (BHP-50) Patienten (pro Zeiteinheit; meist pro Stunde) geeignet.

Mögliche Aufbaustruktur des Behandlungsplatzes
Mögliche Aufbau- und Ablaufstruktur an einem Behandlungsplatz

Der Katastrophenschutz e.V. hat zusammen mit Spezialisten des Sanitätsdienstes im Landkreis Starnberg im Rahmen eines nun erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojektes ein Behandlungsplatzkonzept entwickelt, das zwar auf die (strukturellen und materiellen) Gegebenheiten vor Ort Rücksicht nimmt, aber unseres Erachtens mit leichten Modifikationen auf nahezu alle anderen Regionen, Orte, Einheiten übertragbar ist.

Grundsätzliche Vorgabe war, ein Konzept zu entwickeln, das erstens aus wirtschaftlicher und einsatztaktischer Sicht ausgewogen und umsetzbar ist, das darüberhinaus innerhalb 30 bis max. 60 Minuten nach Alarmierung (ohne vorherige Bereitstellung) komplett einsatzklar zu bekommen und mit einem Minimum an Helfern zu betreiben ist und im Endeffekt aber schlagkräftig genug sein muss, um ein Maximum an paralleler Aufnahmefähgkeit darstellen und einen BHP50 realisieren zu können (daher durchaus enge aber - unter MANV-Bedingungen - praktikable Zeltbelegung).

Behandlungszelt T1/T2 im Behandlungsplatz (BHP50) des Landkreises Starnberg (Bayern)
Behandlungszelt für T1/T2-Patienten des Behandlungsplatzes (BHP-50) Landkreis Starnberg (Bayern)

Eien von zwei Materialachsen im T1/T2-Zelt des BHP50 im Landkreis Starnberg
Eine von zwei Materialachsen im T1/T2-Zelt des BHP-50 im Landkreis Starnberg (Bayern)


BHP-Konzepte, die eine "Materialschlacht" und eine Helfervorhaltung von teilweise weit über 100 Einsatzkräften vorsehen, werden im Realfall eines MANV wohl eher nicht zum Einsatz kommen oder zumindest nicht wirklich in einer interessanten Zeit funktionstüchtig werden und zum Einsatzerfolg beitragen, weil viel zu schwerfällig und zeitintensiv. Diese Art von Konzepten funktionieren - wenn überhaupt - vielleicht im Falle eines planbaren Sanitätswachdienstes bei Großveranstaltungen oder auch im Falle einer echten Katastrophe, die Tage oder Wochen andauert. Im Großschadensfall wird man jedoch eine so große Anzahl an Helfern vermutlich nicht in adäquater Zeit zur Verfügung haben und zeitnah für den Aufbau und Betrieb des BHP abstellen können, denn die Einsatzkräfte werden zunächst überwiegend im Schadengebiet selbst zur Rettung, Sichtung und Behandlung benötigt. Im Übrigen müsste man - für den Fall, dass wirklich so viele Helfer und Rettungsmittel schnell zur Verfügung stehen würden - sich ernsthaft die Frage stellen, ob dann eine Sichtung/Triage und ein Behandlungsplatz in dieser Form überhaupt notwendig sind, oder ob man nicht ohnehin eine individualmedizinische Versorgung der Patienten sicherstellen kann. Bei vielen BHP-Konzepten ist darüber hinaus auch die Frage zu stellen, ob die jeweilige Zeltaufteilung ("verschenkter Raum" bei der Behandlung eines Patienten) wirklich praktikabel und im Sinne einer MANV-Versorgung zielführend ist, während parallel der Patientendurchsatz pro Zeiteinheit und die Kapazität der Parallelversorgungsmöglichkeiten im Versorgungszelt dadurch deutlich reduziert sind.

Der BHP-50 des Katastrophenschutz e.V. ist schnell verfügbar, kann mit einer Mindestanzahl an Helfern (z.B. im Landkreis Starnberg (Pilotprojekt) mit den beiden SEGn SAN - die jeweils eine erweitere Zugstärke besitzen) und Kräften des RD sowie ggf. der Feuerwehr betrieben werden und kann problemlos (z.B. im Rahmen eines planbaren Einsatzes bei Großveranstaltungen) entsprechend erweitert werden. Vom Konzept her ist er so ausgelegt, dass er maximal kompatibel zu bestehenden und in Entstehung befindlichen Behandlungsplatz-Systemen ist und jedereit nachrückende Kräfte (z.B. auch Wasserrettung, etc.) integrieren kann. Auch ein andocken weiterer BHP-Komponenten nachrückender und auswärtiger Einheiten ist problemlos und jederzeit möglich.

Der GW-San50 und ein T1/T2-Zelt des BHP50 im Rahmen des Papstbesuches in Marktl 2006
GW-San50 und T1/T2-Zelt des LKR STA im Rahmen des Papstbesuchs 2006 in Marktl

Der im Landkreis Starnberg vorgehaltene Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-SAN-50) führt den massgeblichen Teil des BHP-50 "Typ Starnberg" mit. Er kann in der Regel nach rund 5 bis 10 Minuten komplett einsatzklar ausrücken.

Für nähere Erläuterungen und Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Im Downloadbereich dieser Homepage und unter folgendem Link können Sie eine erste Präsentation im PDF-Format (1,7 MB!) zum Behandlungsplatz "Typ Starnberg" finden.

Der Behandlungsplatz "Typ Starnberg"

Im Downloadbereich dieser Homepage und unter folgendem direkten Link können Sie ein PDF-Dokument mit dem schematischen Aufbau eines BHP 50 in drei verschiedenen Varianten finden.

Der BHP 50 "Typ Starnberg" - schematischer Aufbau




Wir freuen uns immer über Unterstützung, neue Mitglieder und interessante Kontakte.

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung!


Logo des Katastrophenschutz e.V.

Kontakt:

Kontakt:

Petersbrunnerstr. 3
82319 Starnberg
Fon (08151) 652 026 0
Fax (08151) 652 025 2
eMail info(ät)katastrophenschutz-ev.de
Internet: http://www.katastrophenschutz-ev.de
Facebook: http://goo.gl/OfIHSP

Kreissparkasse München-Starnberg
BLZ: 702 501 50
Kto: 10726669

Spenden an den gemeinnützigen Verein sind natürlich steuerlich abzugsfähig!





< zurück   weiter >
spacer
Wer ist Online?
Aktuell sind 6 Gäste online

 
Copyright 2000 - 2005 Miro International Pty Ltd. All rights reserved.
Mambo is Free Software released under the GNU/GPL License.
spacer