MANV-Übung in München
am 08.10.2005 als Planung der Rettungsdienste für die WM 2006
- rund 300 Patienten nach Annahme einer Explosion in der Allianz-Arena versorgt -Spezialisten des akademischen Lehrkrankenhauses München-Schwabing und der 1. Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst im Landkreis Starnberg (SEG-SÜD) planten und betrieben gemeinsam am 08.10.2005 einen Krankenhaus-Triageplatz im Rahmen einer Großübung für ein mögliches Großschadenszenario.
Als willkommener Anlaß diente hierzu die Großübung der Landeshauptstadt München und vieler Feuerwehren und Hilfsorganisationen, die im Rahmen der Katastrophenschutz-Planungen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fußball WM 2006 am 08.10.2005 durchgeführt wurde.
Übungsannahme war eine Explosion im neuen Münchener Fußballstadion (Allianz-Arena) mit einer großen Anzahl verletzter Personen (ca. 300 Verletzte).
Nach einer Erstsichtung und -versorgung der Patienten vor Ort, wurden diese von den Rettungsdiensten in die umliegenden Krankenhäuser verteilt.
Ein Triage-Platz ist besetzt durch:
Sichtungsarzt und Pfleger des KH sowie Rettungsassistent der SEG
und nachgeordnet jeweils ein Doku-Registrierungs-Team des KH-Schwabing
Technisch sind die Krankenhaus-Triageplätze u.a. auch jeweils mit einem Sono-Gerät ausgerüstet. Jedem Triageplatz im Zelt ist ein Registrierungsteam zugeordnet, das parallel in Echtzeit und über Netzwerk die Patientenaufnahme mittels EDV-System und die Patientendokumentation mit Hilfe einer Digitalkamera vornimmt.
Das Triage-Team sichtet einen eingetroffenen Patienten
Um die Belastungsfähigkeit der MANV-Planungen des Krankenhauses München-Schwabing zu testen, wurde von Seiten der Leitstelle relativ schnell angekündigt, vermutlich deutlich mehr als 100 dieser Patienten (geplant waren wohl rund 200) in dieses Schwerpunkthaus zu transportieren.
Anfangs kamen nur vereinzelte Rettungsfahrzeuge mit Übungspatienten an. "Echteinsätze" haben daher zunächst eine größere Auslastung des Krankenhausteams bedeutet, als die vielen angekündigten Übungspatienten.

Doch im Laufe der Zeit trafen phasenweise auch parallel größere Wellen von Einsatzfahrzeug-Kontingenten und damit auch eine Menge Patienten ein, so dass die Triage-Teams durchaus gefordert wurden und es sich auszahlte, dass eine sogenannte "Pufferzone" eingerichtet wurde, in der die bereits erstversorgten Notfallpatienten zwischengelagert und dann entsprechend ihrer Kategorie und Dringlichkeit abgerufen, triagiert und auf die geeignetsten Stationen des Krankenhauses verteilt wurden.
Betrieb der "Pufferzone"
Blick aus dem Abrufplatz der "Pufferzone" auf einen Triageplatz
Alle Beteiligten zogen ein sehr positives Resümee bzgl. des Triageablaufes und der Zusammenarbeit von Klinikprofis und Rettungsspezialisten an der Einsatzstelle des Krankenhauses Schwabing. Auch die sehr kollegialen, professionellen und äußerst zeitnahen Planungen der beteiligten Partner trugen zu dem erfolgreichen Ablauf bei.
Kurzinfo zum Krankenhaus München-Schwabing:
Das Krankenhaus München-Schwabing ist das größte Krankenhaus der Landeshauptstadt München und ein Krankenhaus der höchten Versorgungsstufe.
Weitere Infos zum Krankenhaus München-Schwabing bekommt man im Internet unter:
http://www.kms.mhn.de/